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BUERGERKRIEG AFGHANISTAN

 
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meidlinger



Anmeldungsdatum: 22.07.2004
Beiträge: 1369

BeitragVerfasst am: So Jul 11, 2021 11:43 am    Titel: BUERGERKRIEG AFGHANISTAN Antworten mit Zitat



Person der Woche Dieser Mann besiegt die USA

Nach dem Abzug der westlichen Truppen überrennen die radikalislamistischen Taliban weite Teile Afghanistans. Die USA wirken wie Verlierer, für die Afghanen beginnt das Grauen. Der brutale Religionsführer und Massenmörder Hibatullah Achundsada übernimmt die Macht - wer ist der Mann?

Die Taliban überrennen Afghanistan. Wo immer westliche Truppen in diesen Tagen abziehen, erstürmen radikalislamistische Milizen die Stellungen. Reihenweise fallen ihnen Militärbasen und Polizeistationen zu, viele Regierungssoldaten ergeben sich und liefern den Taliban Waffen und Fahrzeuge kampflos aus. Die aktuelle Auswertung des "Long War Journal" zeigt, dass die Taliban bereits 157 der 407 Distrikte Afghanistans beherrschen, große Gebiete auch im Norden des Landes, wo die Bundeswehr stationiert war. Taliban-Kämpfer sind in die Städte Kundus, Faisabad, Masar-i-Scharif und Taloqan vorgedrungen.

Nach heftigen Kämpfen mit den afghanischen Regierungstruppen haben die Taliban nun auch einen Schlüsselbezirk in ihrer ehemaligen Bastion Kandahar eingenommen. Eine Massenflucht der Zivilbevölkerung hat begonnen. Der Fall dieses Distrikts Panjwai erfolgte nur zwei Tage nach dem Abzug der US-Truppen vom Luftwaffenstützpunkt Bagram in der Nähe von Kabul, von dem aus die Amerikaner zwei Jahrzehnte lang die Operationen gegen die Taliban und ihre Al-Kaida-Verbündeten geleitet hatten. Panjwai ist nicht nur der Schlüssel zur Eroberung der Provinzhauptstadt Kandahar. Es hat für die Taliban auch eine hohe symbolische Bedeutung, denn ihr Anführer Hibatullah Achundsada stammt aus Panjwai.

Achundsada ist der neue starke Mann Afghanistans. Er trägt den Titel "Emir-al-Momineen" (Befehlshaber der Gläubigen), trumpft dieser Tage als Glaubenskrieger auf und lässt die Weltöffentlichkeit in einer offiziellen Botschaft gönnerhaft wissen, die Taliban betrachteten den Abzug der ausländischen Truppen als "einen guten Schritt". "Leider hat die amerikanische Seite bisher wiederholt gegen das unterzeichnete Abkommen verstoßen und der Zivilbevölkerung enorme menschliche und materielle Verluste zugefügt", maßregelt Achundsada die Weltmacht und droht: Wenn die USA ihre Verpflichtungen nicht einhielten, sollten sie für die Folgen zur Rechenschaft gezogen werden. Achundsada bezieht sich auf die Entscheidung der Biden-Regierung, das finale Abzugsdatum auf den 11. September 2021 zu verschieben - den 20. Jahrestag der Al-Kaida-Terrorattacken auf Amerika.

Brutaler Hardliner
Achundsada und seine Milizen wollen nach dem Abzug der Amerikaner wieder ein islamisches Emirat mit Scharia und strikter Geschlechtertrennung gründen. Die Tage von Demokratie, Menschen-, Frauen- und Freiheitsrechten wären gezählt - 20 Jahre westlicher Militärpräsenz drohen damit grandios zu scheitern.

Achundsada gilt damit in der islamischen Welt als der Mann, der die USA besiegt hat. Er baut Tag für Tag mit neuen Eroberungen seine Machtbastion aus. Und viele Afghanen haben furchtbare Angst davor. Denn Achundsada eilt der Ruf eines brutalen Hardliners voraus. Zum Auftakt seines Eroberungszugs kam es zu einem perfiden Angriff auf eine Mädchenschule in Kabul mit 58 Todesopfern. Das Attentat wirkt wie eine drastische Schockbotschaft für das, was nun bevorsteht: brutale Unterdrückung, insbesondere von Frauen und Mädchen. Zunächst hatten die Attentäter eine Autobombe vor der Schule gezündet. Viele Schülerinnen liefen darauf in Panik aus dem Gebäude. Kurz danach wurden zwei weitere Sprengkörper zur Explosion gebracht, um möglichst viele Mädchen zu töten. Die US-Regierung sprach von einem barbarischen Anschlag, in einer Erklärung der deutschen Botschaft hieß es: "Kinder zu töten, ist ein Anschlag auf die Zukunft Afghanistans."

Mädchen die Schulbildung zu verweigern ist ebenso Taliban-Programm wie nicht-islamische Kulturgüter zu zerstören. So war Achundsada einer der Anführer, die 2001 die Buddha-Statuen der Weltkulturerbestätte Bamiyan hatten zerstören lassen. Mittlerweile ist Achundsada, Sohn eines Imams, 60 Jahre alt und seit zwei Jahrzehnten zunächst der theologische und jetzt der militärisch-politische Führer der Taliban. Er finanziert seine Truppen vor allem durch Drogenhandel. Zeitweise fungierte er im Taliban-System als erbarmungsloser oberster Richter der Scharia-Gerichte, er wird von den UN für Massaker mitverantwortlich gemacht, insbesondere gegen Angehörige der mehrheitlich schiitischen Hazara-Volksgruppe. Vertreter der Vereinten Nationen vergleichen die systematischen Massaker mit den ethnischen Säuberungen, die während des Bosnienkrieges stattgefunden haben.

"Achundsada zieht den Krieg dem Frieden vor"
Für den Westen, die NATO und die USA ist die rasante Machtübernahme der Taliban ein Desaster. Alle Bemühungen, nach jahrelangen Friedenseinsätzen das Land an eine zivile Regierung zu übergeben, drohen zu scheitern. Eine dauerhafte Teilung der Macht zwischen den verfeindeten Gruppen - "power sharing" schien der Schlüssel zum Frieden - sei sehr unwahrscheinlich, und die jüngsten Gebietsgewinne der Taliban deuteten auf eine gewaltsame Übernahme hin, sagte Madiha Afzal, eine Analystin der Brookings Institution in Washington, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Nach Abzug der NATO-Truppen Steht Afghanistan vor einem Bürgerkrieg?
Auch die UNO blickt mit Entsetzen auf die Taliban-Offensive. Die Zahl der zivilen Opfer sei schon im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent gestiegen, so Deborah Lyons, die oberste UN-Gesandte in Afghanistan vor dem Sicherheitsrat. "Die Aktionen auf dem Schlachtfeld sind weit größer als der Fortschritt am Verhandlungstisch", warnt sie.

Achundsadas Leben ist von Gewalt dominiert. Sein Sohn Abdur Rahman starb bei einem Selbstmordanschlag auf eine afghanische Militärbasis. Sein Bruder wurde im August 2019 von einer Bombe getötet. Er selbst überlebte einen Attentatsversuch durch den afghanischen Geheimdienst. Während einer seiner Vorlesungen stand eines Tages ein Mann unter den Studenten und richtete eine Pistole auf Achundsada aus nächster Nähe, doch die Waffe klemmte und er überlebte. Der pakistanische Sicherheitsanalyst Baschir Bisan beschreibt ihn so: "Achundsada zieht Krieg dem Frieden vor und das Töten dem Leben."

Das Amt des Talibanführers übernahm er am 25. Mai 2016 als Nachfolger von Mullah Akhtar Mansour. Mansour starb durch den Angriff einer US-Drohne auf sein Auto. Der Angriff war von US-Präsident Barack Obama genehmigt worden. Bis dahin war Achundsada Stellvertreter von Mansour. Angeblich hatte Mansour ihn in seinem Testament als seinen Nachfolger benannt. Doch die Berufung ist bis heute unter den Taliban-Anführern umstritten. Achundsada muss sich insbesondere der Konkurrenz von Mullah Yaqoob und Sirajuddin Haqqani erwehren. Um seine Macht zu sichern, kommt ihm die jetzige Rückeroberung Afghanistans gerade recht. Im Mai 2017 veröffentlichte Achundsada ein 122-seitiges Taliban-Handbuch, wie man den Dschihad zu führen habe. Darin kündigt er einen langfristigen Dschihad nach dem Abzug der westlichen Truppen bereits an: "Es ist falsch, wenn jemand sagt, dass der Dschihad sofort nach dem Weggang der Ungläubigen aufhören sollte." Und er macht in dem Buch auch klar, dass es "eine Sünde" sei, dem Führer nicht zu vertrauen; und wenn man den Anweisungen des Führers nicht folge, so sei das gleichbedeutend mit dem Ungehorsam gegenüber dem Propheten und Gott. Achundsada will nicht nur die Macht über Afghanistan, er fordert auch unbedingten Gehorsam.
Quelle: ntv.de

Anmerkung: Die übliche Vorgangsweise der USA. Überall Bürgerkrieg hinterlassen.
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