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PROFIL ZU KURZ

 
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meidlinger



Anmeldungsdatum: 22.07.2004
Beiträge: 1369

BeitragVerfasst am: Sa Apr 17, 2021 10:25 pm    Titel: PROFIL ZU KURZ Antworten mit Zitat

Der Kontrollverlust des Sebastian Kurz

Der erfolgsverwöhnte Kanzler verlässt als Anti-Viren-Kapitän immer öfter die Kommandobrücke, Chat- und Korruptionsaffären kratzen am Image, Umfragewerte sinken.

Der 19. April 2020 war ein strahlend-erfolgreicher Tag für Sebastian Kurz. Er schaffte es in den Olymp der Politik: Zum Live-Auftritt bei Fareed Zakaria, Starinterviewer des US-Senders CNN. Kanzler Kurz wurde dort als mutig-entschlossener Krisenmanager des Corona-Vorzeigelandes befragt, das nach dem Lockdown aufsperrt. "Lessons from Europe" lautete der Titel, und Zakaria lobte Kurz: "Sie geben Hoffnung." Viel ehrenvoller kann ein internationaler Medienauftritt nicht ausfallen.

Rund ein Jahr später ist vom damaligen Glanz nichts mehr übrig. Der 8. April 2021 war ein bitter-desaströser Tag für Sebastian Kurz. Er prangte mit dämonischem Gesichtsausdruck vom Titelbild des Magazins "Politico", Pflichtlektüre von EU-Politikern. Der Text: "House of Kurz. Vom Wunderkind zum Schurken." Vom Hero zum Zero, vom adorierten Posterboy der neuen Konservativen zum geschmähten Buhmann, der uralten Postenschacher kultiviert. Viel brutaler kann ein Absturz nicht ausfallen.

Das internationale Renommee: im Keller. Der Erfolgskanzler: entzaubert. Das sorgsam polierte Image als Saubermann: demoliert durch zynisch-dreiste Buberlpartie-Chats und Korruptionsermittlungen im engsten Umfeld. Das Vertrauen der katholischen Kirche in die ÖVP-Spitze: erschüttert. Message Control war gestern, nun regiert der Kontrollverlust.

Eine Zeit konnte sich Sebastian Kurz damit trösten, dass die grassierende Corona-Müdigkeit auch anderen Regierungschefs zusetzt und, am wichtigsten für den umfragefixierten Kanzler, seine Werte hoch bleiben.

Dieses türkise Prinzip bröckelt: Im APA/OGM-Vertrauensindex fällt Kurz aus den Medaillenrängen und auf Platz 4, in der großen profil-Monatsumfrage sackt die ÖVP auf 33 Prozent ab, so schlecht lag sie zuletzt im Februar 2019. In der Kanzlerfrage bedeuten 27 Prozent für Kurz überhaupt den tiefsten Stand seit seiner Angelobung als strahlend junger Kanzler im Jahr 2017. Zum Vergleich: Im April, als Kurz als oberster Pandemiebekämpfer punktete, lag er in der Kanzlerfrage bei sagenhaften 55 Prozent.

Da gerät etwas ins Rutschen. Der erfolgsverwöhnte Kurz verliert seinen Nimbus. Ein Abstieg, der lange vor Korruptions- und Chataffären begann - und im Corona-Krisenmanagement wurzelt.

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