www.meidling-forum.at Foren-Übersicht www.meidling-forum.at

 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Eigene arabische Währung ab 2010 ?

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    www.meidling-forum.at Foren-Übersicht -> ASIEN
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
admin



Anmeldungsdatum: 22.07.2004
Beiträge: 2296

BeitragVerfasst am: Fr Mai 15, 2009 10:58 pm    Titel: Eigene arabische Währung ab 2010 ? Antworten mit Zitat

Die arabischen Golfstaaten planen eine eigene Währung mit geringerer Dollar-Bindung

Die arabischen ölproduzierenden Golfstaaten unternehmen derzeit leise, aber deutliche Schritte, um eine gemeinsame Währung und Zentralbank zu errichten. Dies ist Teil ihrer langfristigen Strategie, sich aus der überwältigenden Abhängigkeit vom schwächelnden US-Dollar zu lösen. Diese Maßnahmen, die zum gleichen Zeitpunkt erfolgen, an dem China Schritte in Richtung einer regionalen ASEAN-Yuan-Währungskonvertibilität unternimmt, legen den Schluss nahe, dass sich die Welt allmählich auf eine Post-Dollar-Zustand vorbereitet. Für die zukünftige Machtposition der USA ist dies wahrscheinlich ein schwerer Schlag.

Nach Auskunft hochrangiger Finanzexperten des Dubai International Financial Centre (DIFC) könnte eine gemeinsame Währung, die von einem gemeinsamen Wirtschaftsprogramm und einer gemeinsamen Währungspolitik getragen ist, die Golfregion zu einem starken regionalen Wirtschaftsblock machen. DIFC-Chefökonom Nasser Saidi erklärte kürzlich: »Die gemeinsame Währung ist eine riesige Chance für die Golfregion, um ihr wirtschaftliches Gewicht auf dem internationalen Parkett stärker zum Tragen zu bringen. Die Schaffung einer starken Währung, die sich auf fast 50 Prozent des Ölreichtums der Welt stützt, wäre ein wichtiger stabilisierender Faktor für die Wirtschaft der Staaten in der Region.«

Nach Ansicht von immer mehr Golfstaaten könnte eine starke Währung nicht nur ausländische Investitionen anlocken, sondern darüber hinaus auch zum Schlüsselfaktor bei der Sicherung des Reichtums der ganzen Region werden und mithelfen, den Ölreichtum innerhalb der Region zu nutzen. Die jetzigen globalen Finanz- und Dollarkrisen haben dieser Idee, die bereits seit Jahren in der Region diskutiert wird, aber bisher wenig konkreten Niederschlag gefunden hat, neuen Auftrieb verschafft. Ein solcher Schritt könnte sich massiv auf die Rolle des Dollars als internationale Reservewährung auswirken, da die US-Währung ja schon jetzt durch den Euro unter Druck geraten ist. Saidi fügte hinzu: »Eine gemeinsame Währung, die vom Ölreichtum der Region gestützt wird, könnte eine wichtige Reservewährung zur Folge haben, die aus der ganzen Welt Finanzreserven in unsere Region locken könnte. Sie könnte auch mithelfen, die regionalen Finanzzentren zu Zentren zu machen, die mit anderen Finanzplätzen, wie New York und London, in Konkurrenz treten könnten.«

Die arabischen Golfstaaten planen ab 2010 eine Gemeinschaftswährung, die sich aus der Dollar-Bindung lösen soll.

Wie mir meine europäischen Quellen in Bankenkreisen kürzlich erklärten, haben sich schon vor Ausbruch der jetzigen Bankenkrise im Jahre 2007 große internationale Konzerne, besonders in Asien, nicht mehr an den Finanzplatz New York orientiert, da man dessen hinderliche und teure Regulierungsmaßnahmen als negativ ansieht. Stattdessen wählten sie allerdings auch nicht mehr unbedingt London, sondern vielmehr Dubai als Ort für den Börsengang eines Unternehmens. Die Schaffung einer echten regionalen Gemeinschaftswährung und einer gemeinsamen Zentralnotenbank für die Golfregion würden diesen Trend in den kommenden Jahren merklich beschleunigen. Wenn die Währungsunion erst einmal in Gang kommt, wird es für die Zentralbank der Golfstaaten vorrangig darauf ankommen, eine flexible Geldpolitik zu betreiben, die stabile Wechselkurse gewährleistet.

Bislang waren die Währungen der arabischen ölexportierenden (OPEC-)Mitgliedsstaaten eng an den US-Dollar gekoppelt; seit Jahrzehnten wird der Export ihres Öls in Dollar abgerechnet. Das DIFC erklärt nun, diese Dollar-Bindung sei ein wesentliches Hindernis für die währungspolitische Unabhängigkeit der Mitgliedsstaaten im Golfkooperationsrat (Gulf Cooperation Council, GCC), da sie die Möglichkeiten der Zentralbanken in der Region begrenzt, die Auswirkungen der Inflation und der weltweiten Finanzkrise auf die Volkswirtschaften der Region beeinflussen zu können.

Die Experten des DIFC haben daher vorgeschlagen, die Golf-Währung vom US-Dollar abzukoppeln und sie an einen transparenten und flexiblen Währungskorb zu binden, der auch eine Reaktion auf Veränderungen ermöglicht. Angesichts der Handelsstrukturen in dieser Region hat der DIFC einen Währungskorb vorgeschlagen, der zu 45 Prozent an den US-Dollar, zu 35 Prozent an den Euro, zu 20 Prozent an den Yen und zu fünf Prozent an das Pfund Sterling gekoppelt sein sollte. Diese Zusammensetzung könnte sich in den nächsten Jahren deutlich verändern, falls der regionale Währungsfonds sich zu einer regionalen Währungskonvertibilitätszone entwickelt.

Die wilden Schwankungen des US-Dollar gegen wichtige Währungen waren für die Golfstaaten verhängnisvoll. Denn einerseits führten die wiederholten Zinssenkungen in den USA und die dortige Kreditausweitung zu einer Preisinflation der Vermögenswerte in den Golfstaaten, und andererseits trugen sie auch maßgeblich zur Volatilität gegenüber anderen internationalen Währungen bei.

Mit Ausnahme von Oman haben sich alle Golfstaaten auf einen Zeitplan bis 2010 festgelegt. Der endgültige Entwurf für das Abkommen zu einer Währungsunion der Region wurde von den Staatschefs der Golfstaaten bei einem Treffen am 30. Dezember 2008 in Muskat, der Hauptstadt Omans, besprochen.

Das International Financial Centre in Dubai würde bei der neuen Währung vermutlich eine Schlüsselrolle spielen.

Die Schritte in Richtung auf eine Gemeinschaftswährung und die Maßnahmen in Asien mit Beteiligung Chinas in Richtung auf eine regionale Währungsstabilisierung sowie einen vom US-Dollar unabhängigen Handel deuten auf eine unvermeidliche Änderung zu einer multipolaren globalen Finanzwelt hin, die das unipolare Dollar-System ablösen wird, das seit dem Abkommen von Bretton Woods im Jahre 1944 Bestand hatte. Die entscheidende Frage wird sein, was die Staaten und die Europäische Zentralbank unternehmen werden, um derartige Bemühungen in der Region zur vorsichtigen Abkopplung vom Dollar-System zu unterstützen – oder zu behindern. Dies könnte die Frage entscheiden, ob es in den nächsten zehn Jahren weltweit Frieden oder einen neuen Weltkrieg geben wird. Wir stehen somit an einem wahrhaft historischen Scheideweg, obwohl bislang nur wenigen Mächtigen dieser Welt das wahre Ausmaß der tektonischen Machtverschiebungen in der globalen Geopolitik bewusst ist, die in nächster Zeit bewältigt werden müssen.

Kopp-Verlag
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    www.meidling-forum.at Foren-Übersicht -> ASIEN Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group