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Deutsche Fußballpatrioten

 
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Störtebeker



Anmeldungsdatum: 14.05.2006
Beiträge: 1256

BeitragVerfasst am: Fr Jun 16, 2006 7:51 pm    Titel: Deutsche Fußballpatrioten Antworten mit Zitat

Ich habe noch nie so viele und vor allem so viele junge deutsche Patrioten auf einem Haufen gesehen wie neulich auf dem Nürnberger Hauptmarkt – bei der Übertragung des Gruppenspiels Deutschland gegen Polen. Daß der Hauptmarkt einmal zwölf Jahre lang „Adolf-Dolfi-Platz“ geheißen hatte, daß in dieser Stadt die Reichsparteitage stattfanden, die berüchtigten „Nürnberger Rassengesetze“ beschlossen wurden, war den meisten wohl gar nicht bewußt und auch im übrigen scheißegal. Zeitgeschichte und somit deutscher Schuldkult interessiert diese Leute nicht.

Aber vielleicht sollten sich die NPD und der nationale Widerstand insgesamt nun doch noch einmal überlegen, ob sie bei Demos noch mehr als bisher das Mitbringen der schwarz-rot-goldenen Fahne fördern. Das sind einfach die Farben, mit denen sich die deutschen Fußballpatrioten identifizieren. Man sollte diese Farben, die 1813 vom Lützowschen Freikorps auf Uniformtuch in der Völkerschlacht bei Leipzig getragen wurden, nicht dafür verantwortlich machen, daß sie zum zweiten Mal in der „Systemzeit“ mißbraucht werden.

Auch unsere österreichischen Kameraden verstehen das nicht, da – nicht nur für sie – schwarz-rot-gold die großdeutschen Farben sind, während schwarz-weiß-rot traditionell als kleindeutsch gelten (schwarz-weiß von Preußen und rot der Hansestädte). Aber die schwarz-weiß-rote Flagge des Zweiten Deutschen Kaiserreiches scheint ja doch eher die Ersatzlösung für eine farbengleiche Flagge zu sein.
Im übrigen sollte man nicht beide Farbenkombinationen gegeneinander ausspielen, aber es kann uns doch hierbei nicht um Glaubensbekenntnisse gehen, sondern um reine Symbole. Mit dem Symbol ist schließlich der Inhalt gemeint, nämlich der Nationalstolz. Wenn unsere jungen Fußballpatrioten das in schwarz-rot-gold ausdrücken, dann ist das richtig.

Zudem ist die WM-bedingte Patriotismuswelle vor allem auch ein großes Geschäft. Dies gilt nicht nur für die FIFA mit ihren Lizenzverträgen. Im warenproduzierenden System des Kapitalismus ist der Patriotismus eine Ware wie der „Antifaschismus“ auch. Unternehmer und Händler möchten mit den Fähnchen, Schminkfarben und all dem anderen Klimbim vor allem Geld verdienen. Wenn morgen aber die NPD in seiner Stadt demonstriert, wird der gleiche Unternehmer eine Aktion „Wehret den Anfängen!“ unterstützen, sich vor allem öffentlich gegen die NPD stellen. Denn Deutsch wie Antideutsch ist im Kapitalismus eine Ware. Es gehört beides zum „Wirtschaftsstandort Deutschland“.
Ob die NPD gut beraten gewesen war, als sie sich entschloß, während der WM Demos abzuhalten, bezweifele ich. Sicherlich, aus reiner Rechthaberei kann man sagen, daß die NPD das ganze Jahr hindurch das Recht hat zu demonstrieren. Aber gerade bei den vielen deutschen Fußballpatrioten dürfte die zu dieser Zeit demonstrierende NPD als Störenfried daherkommen. Provokation ist eben nicht alles.

Die Wirkung von Öffentlichkeitsarbeit sollte im voraus bedacht sein. Die Leute wollen jetzt einfach ihre (politische) Ruhe haben, das heißt nach deutschen (Fußball-) Siegen aufs Hupkonzert gehen.
Das völkische Prinzip in der Staatsbürgerschaft ist ja wunderbar, auch daß es die NPD favorisiert, aber ob dieses Thema gerade bei der WM zieht, ist eher zweifelhaft. Wer jetzt dieses Thema aufs Tapet bringt, Stimmung gegen Spieler der Nationalmannschaft macht, die eine undeutsche Hauptfarbe besitzen, der wird, so sehr er aus völkischer Sicht Recht haben mag, als Spalter und Mißmacher abqualifiziert.

Erfolgversprechende Propaganda geht nicht davon aus, ob man Recht hat, sondern ob man vom Zielpublikum Recht bekommt. Das heißt nicht, daß man dem Volk nach dem Mund reden sollte, aber die richtigen Standpunkte zur rechten Zeit präsentiert.

Daß die Anzahl der Neger in einer „Nationalmannschaft“ – entgegen antirassistischer Lehre – nicht grundsätzlich dafür entscheidend ist, daß schöner Fußball geboten wird, dies bewiesen Frankreich und Brasilien in ihren ersten Gruppenspielen. Ein deutschsprechender Spieler der gegen die Brasilianer knapp und unglücklich unterlegenen Kroaten meinte nach dem Spiel im Radio, daß die Jungs vom Zuckerhut vor allem eines nicht mögen, auf das sie auf dem Fußballplatz allergisch reagierten: „eine gesunde Härte“. Dies ist aber nicht nur kroatische, sondern gerade auch deutsche Spezialität. Die Blutgrätsche. Nur sollte man es im Rahmen der FIFA-Regeln tun, auch deshalb, damit man im Endspiel („Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“), so fern man es von deutscher überhaupt soweit bringt, noch genügend Spieler zur Verfügung hat. Sonst dürfte es soweit kommen, daß der weiße Riese Oliver Kahn wieder ins deutsche Tor zurückkehrt, weil Jens Lehmann bekanntlich der bessere Feldspieler von den beiden ist.

Und was gibt es sonst noch über die WM zu erzählen? Vielleicht etwas über den Umstand, daß sich auch die Nicht-Teilnahme von bestimmten Nationalmannschaften auswirkt. Die Türkei zum Beispiel hatte sich für diese WM nicht qualifizieren können, weshalb auch in Deutschland das Hupkonzert insgesamt schwächer ausfällt. Nicht qualifizieren konnte sich wie gewohnt Israel. Anstatt die sportliche Bedeutungslosigkeit einzusehen, übt man sich am Spielfeldrand als Spielverderber. So entblödete man sich nicht, in Nürnberg gegen die Souveränität des iranischen Staates zu demonstrieren. Mit dabei waren echte Juden wie Michel Friedman und Arno Hamburger, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Nürnberg (deshalb „Hamburger“!), aber auch der fränkische Philosemit Günther Beckstein war mit dabei.

Wenn man schon im Fußball eindeutig ein „Loser“ ist, so ist die Israel-Lobby wenigstens in ausländerfeindlicher Stimmungsmache erste Klasse. So beschimpfte Beckstein den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad als „Verbrecher“. Dessen „Verbrechen“ liegt scheinbar darin, Staatsoberhaupt eines von den USA und Israel unabhängigen Staates zu sein.

Anstatt uns weiter mit sportlichen Nullen zu befassen, wenden wir uns wieder den Lichtgestalten des deutschen Fußballs zu. Beispielsweise dem Nationaltrainer Jürgen Klinsmann, dessen Ziel es ist, als zweiter deutscher Kicker – nach Franz Beckenbauer – den Fußballweltmeistertitel sowohl als Spieler als auch als Trainer geholt zu haben. Was Klinsmann aber auf jeden Fall machen könnte: möglichst bald seine Zelte in Kalifornien abbrechen, denn in Geislingen an der Steige, wo er herstammt, gibt es doch auch gute Bauplätze.
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Odinskriegerin



Anmeldungsdatum: 14.05.2006
Beiträge: 107

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:05 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Die Fahne Schwarz - Rot - Gold hängt auch bei mir im Garten (übrigens völlig unabhängig von Fussball) und ich fühle mich sehr gut dabei. Es sind einfach tolle emotionale Farben.
Von daher kann ich Störtebeker nur beipflichten. thumps up
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Kieberer



Anmeldungsdatum: 05.01.2006
Beiträge: 408
Wohnort: Rossauerkaserne

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Die Klarstellung von Störtebeker zur Schwarz-Rot-Goldenen Fahne war wieder einmal nötig. Genauso wenig wie man einen Gegensatz zur schwarz-weiß-roten Fahne im rechten Lager konstruieren sollte, sollte man anerkennen, das schwarz-rot gold unsere nationale großdeutsche Fahne ist.
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Servas



Anmeldungsdatum: 09.03.2006
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Prima Beitrag!
Schöne Denkanstöße!
100% auch meine Meinung! respect
_________________
Mit freundlichen Grüssen,
Rolf
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Kapuzinergruft



Anmeldungsdatum: 27.05.2006
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Auch unsere österreichischen Kameraden verstehen das nicht, da – nicht nur für sie – schwarz-rot-gold die großdeutschen Farben sind, während schwarz-weiß-rot traditionell als kleindeutsch gelten (schwarz-weiß von Preußen und rot der Hansestädte).


Als Österreicher kann ich diese Meinung nicht gelten lassen. Die großdeutschen Farben sind für mich und warscheinlich die meisten meiner Landsleute ganz klar schwarz weiß und rot.

Mit kameradschaftlichem Gruße austria
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Gastschreiber



Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 193
Wohnort: Bin in allen Foren zuhause

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Im allgemeinen kotzt mich dieser ganze Pseudopatriotismus der derzeit herrscht gewaltig an.

Was liegt diesen schwarz-rot-gold Fans schon an Volk, Rasse und Kultur? Nichts! Es ist wie gesagt der neue Patriotismus (Patriotsmus, nicht mehr als das!) so wie man ihn aus den USA kennt. Eine wehrhafte Demokratie, Patrioten, Patrioten dieses Systems und dieses Konstruktes namens BRD.

Schwarz-Rot-Gold = Großdeutsche Lösung? Ob das die neuen Patrioten auch so sehen?

Und wenn wir schon so argumentieren könnte man doch auch schwarz-weiß-rot als großdeutsche Lösung ansehen, denn diese Farben wurden ja auch im III.Reich verwendet. Und ein kleindeutsches Reich war das Dritte sicherlich nicht.

Z.B. das Hexagramm (heute Davidstern genannt) war ein ursprünglich nordisches Symbol, welches die Philister nach Palästina brachten. Später übernahm das jüdische Volk dieses Symbol und machte daraus den Davidstern.

Argumentieren wir also so, können wir dieses Symbol ja auch gleich wieder auf unsere Fahnen malen, weil es ja egtl. was ganz tolles war.

Ich denke man sollte auf keinen Fall auf diese neue staatliche Patriotismuswelle aufspringen.
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HoffmannvonFallersleben



Anmeldungsdatum: 14.05.2006
Beiträge: 32
Wohnort: Deutsches Reich

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde, gegen die Flagge “Schwarz-Rot-Gold” gibt es nichts einzuwenden. Ehrlich gesagt, ist dies sogar die einzige “Trikolore” deren Farbenzusammenstellung mir gefällt.
Sie gefällt mir auch geschichtlich: Die Farben stammen aus dem Kampf gegen fremde Besatzer und um ein einiges Deutschland. Sie wurden aus einem Wappen des Reiches abgeleitet. Schwarzer Adler mit roten Fängen auf goldenem Schild.

Schwarz-Weiß-Rot spricht mich als Farbverbindung nicht so an, ist nun nicht geschichtlich gemeint. Die Flagge war zuerst die des Norddeutschen Bundes, wenn ich mich recht entsinne, und die Reichsgründung im Januar 1871 gewissermaßen ein Hinzutritt von Baden, Württemberg und Bayern.
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Kieberer



Anmeldungsdatum: 05.01.2006
Beiträge: 408
Wohnort: Rossauerkaserne

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Die Kombination Schwarz-Rot-Gold ist übrigens ein Bruch mit althergebrachten heraldischen Traditionen des europäischen Adels, welche u.a. besagen, daß sich Farben (schwarz, rot, grün und blau) oder Metalle (silber=weiß und gold=gelb) untereinander nicht berühren dürfen sondern Farben und Metalle abwechselnd verwendet werden müssen, siehe auch die Flagge Belgiens: Schwarz-Gold-Rot.
Damit ist Schwarz-Rot-Gold wesentlich moderner als die meisten anderen europäische Flaggen.
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Störtebeker



Anmeldungsdatum: 14.05.2006
Beiträge: 1256

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Gastschreiber hat folgendes geschrieben:
Im allgemeinen kotzt mich dieser ganze Pseudopatriotismus der derzeit herrscht gewaltig an.

Was liegt diesen schwarz-rot-gold Fans schon an Volk, Rasse und Kultur? Nichts! Es ist wie gesagt der neue Patriotismus (Patriotsmus, nicht mehr als das!) so wie man ihn aus den USA kennt. Eine wehrhafte Demokratie, Patrioten, Patrioten dieses Systems und dieses Konstruktes namens BRD.

Schwarz-Rot-Gold = Großdeutsche Lösung? Ob das die neuen Patrioten auch so sehen?

Und wenn wir schon so argumentieren könnte man doch auch schwarz-weiß-rot als großdeutsche Lösung ansehen, denn diese Farben wurden ja auch im III.Reich verwendet. Und ein kleindeutsches Reich war das Dritte sicherlich nicht.

Z.B. das Hexagramm (heute Davidstern genannt) war ein ursprünglich nordisches Symbol, welches die Philister nach Palästina brachten. Später übernahm das jüdische Volk dieses Symbol und machte daraus den Davidstern.

Argumentieren wir also so, können wir dieses Symbol ja auch gleich wieder auf unsere Fahnen malen, weil es ja egtl. was ganz tolles war.

Ich denke man sollte auf keinen Fall auf diese neue staatliche Patriotismuswelle aufspringen.


Die Fahne der Freien und Hansestadt Hamburg, die zugleich das Bundesland Hamburg ist, weist zwei Hexagramme auf, nämlich über den beiden Türmen, die das Tor flankieren. - Obwohl insbesondere in der Zeit des Dritten Reiches als negativ besetztes jüdisches Symbol geltend, behielt die Stadt Hamburg ihre Fahne auch zwischen 1933 und 1945 unverändert bei.
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Gastschreiber



Anmeldungsdatum: 03.01.2006
Beiträge: 193
Wohnort: Bin in allen Foren zuhause

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Störtebeker hat folgendes geschrieben:
Die Fahne der Freien und Hansestadt Hamburg, die zugleich das Bundesland Hamburg ist, weist zwei Hexagramme auf, nämlich über den beiden Türmen, die das Tor flankieren. - Obwohl insbesondere in der Zeit des Dritten Reiches als negativ besetztes jüdisches Symbol geltend, behielt die Stadt Hamburg ihre Fahne auch zwischen 1933 und 1945 unverändert bei.


Die Hexagramme auf dem Wappen Hamburgs sind stilisiert.

Trotzdem gibt es auch hier u. da nicht-stilisierte, also durchgezogene Hexagramme die auch im III.Reich ihren Platz behielten.

Was ich mit meinem Beitrag sagen wollte war nur, dass man nicht alles hochjubeln muss nur weil es mal positiv besetzt war.

Deswegen der Vergleich mit dem heutigen Davidstern.
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erryat



Anmeldungsdatum: 13.05.2006
Beiträge: 26
Wohnort: Jenseits vom Weißwurstäquator :)

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:37 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ach Gott, ja, wir sind zwar aus dem letzten Großen Orlog als Zweiter durchs Ziel gegangen,aber das “Wunder von Bern” hat
unsere Seele geglättet und, sollte es der Himmel oder der Herr Klinsmann schaffen, daß es ein “Wunder von Berlin” gibt, dann ja dann
sind wir erst richtig besoffen, weil es ja soooo
eine tolle Geschichte ist, daß da 22 gestandene Männer einem Ball nachlaufen und schließlich entsprechend oft wo unterbringen. Was ist angesichts eines solchen idenditätstiftenden Erfolges schon der Kataklysmus eines verlorenen Krieges samt Folgen.Wir Schwarz-rot-goldenen wären dann wieder “wer” und könnten erst recht eine neue Seite in unserer Geschichte aufschlagen; und dazu gehört eben auch eine neue (alte) Fahne, die nur Ahnungslosen erlaubt, als die Wiedergeburt “großdeutschen” Seins interpretiert zu werden: Realiter betrachtet ist sie das Symbol von Versagern -
was für ‘Schwarz-Weiß-Rot” freilich de facto nicht weniger gilt. Nur, die letzteren Farben sind blutgetränkte Farben - Blut, von jenen geopfert, die auf sie geschworen haben, ihr Leben dafür hingaben. Und allein das schon ist
Verpflichtung. Und wer hier von Mißbrauch spricht - soll man es wägen, womit der größere Mißbrauch getrieben wurde? Wenn jene, die die unter den Farben schwarz-weiß-rot Gefallenen heute noch mit einem solennen Fußtritt in ihre Gräber bedenken (sofern sie deren sterbliche Überreste nicht lieber in einer Fabrikhalle vermodern lassen) sich in verfassungspatriotischer ‘Gesinnung unter
neuinterpretierten Farben versammeln, dann möchte zumindest ich, mich nicht dazugesellen - Weltmeister hin oder her.
beer
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erryat



Anmeldungsdatum: 13.05.2006
Beiträge: 26
Wohnort: Jenseits vom Weißwurstäquator :)

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 3:41 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Kapuzinergruft hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Auch unsere österreichischen Kameraden verstehen das nicht, da – nicht nur für sie – schwarz-rot-gold die großdeutschen Farben sind, während schwarz-weiß-rot traditionell als kleindeutsch gelten (schwarz-weiß von Preußen und rot der Hansestädte).


Als Österreicher kann ich diese Meinung nicht gelten lassen. Die großdeutschen Farben sind für mich und warscheinlich die meisten meiner Landsleute ganz klar schwarz weiß und rot.

Mit kameradschaftlichem Gruße austria


Vielleicht sind es auch meine altösterreichischen Wurzeln, die mich zu diesem Zusatz verpflichten - danke für dieses Bekenntnis!
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fran



Anmeldungsdatum: 29.03.2006
Beiträge: 133
Wohnort: Im Freilebendem Traum 14, Schlaraffenland

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 8:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bewerte die aktuelle bundespatriotische Stimmung durchaus positiv. Es entstehen Berührungspunkte durch die die nationale Opposition einen Fuß in die Tür bekommen kann. Diesen Patriotismus gilt es nun in die richtigen Bahnen zu lenken.
Welche Flagge nun verwendet wird ist m.E. unwichtig; es kommt auf die transportierten Inhalte an.
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meidlinger



Anmeldungsdatum: 22.07.2004
Beiträge: 1180

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 8:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="fran"]Ich bewerte die aktuelle bundespatriotische Stimmung durchaus positiv. Es entstehen Berührungspunkte durch die die nationale Opposition einen Fuß in die Tür bekommen kann. Diesen Patriotismus gilt es nun in die richtigen Bahnen zu lenken.
Welche Flagge nun verwendet wird ist m.E. unwichtig; es kommt auf die transportierten Inhalte an.


"fran", welchen Inhalt vermutest Du bei den Monarchisten wenn Du das freundlicherweise vom Präsidenten des Monarchisten-Verein selbst zur Verfügung gestellte Symbol betrachtest. angelevil
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fran



Anmeldungsdatum: 29.03.2006
Beiträge: 133
Wohnort: Im Freilebendem Traum 14, Schlaraffenland

BeitragVerfasst am: Sa Jun 17, 2006 9:35 pm    Titel: Antworten mit Zitat

meidlinger hat folgendes geschrieben:
"fran", welchen Inhalt vermutest Du bei den Monarchisten wenn Du das freundlicherweise vom Präsidenten des Monarchisten-Verein selbst zur Verfügung gestellte Symbol betrachtest.


„Das beste wäre, du bliebest zu Haus,
Hier in dem alten Kyffhäuser –
Bedenk ich die Sache ganz genau,
So brauchen wir gar keinen Kaiser.“
Heinrich Heine „Deutschland – Ein Wintermärchen“, Kaput XVI




Wir wolln unsern alten Kaiser Willem wiederham – Eine sehrrr errrnst gemeinte Polemik wider legitimistische Umsturzversuche in der Bundesrepublik Deutschland


Wie unsere geneigte Stammleserschaft weiß, begibt sich das Meidling-Forum von Zeit zu Zeit in die diversesten Untiefen und Schauerlandschaften des politischen Lebens, um dort allerlei politischen Abnormitäten und Raritäten in ihrem Lemurendasein zu beobachten. Natürlich geschieht dies lediglich aus wissenschaftlichem Forschungseifer und nicht aus politischem Selbstzweck.

Aber, meine Freunde, so einfach ist es nun auch wieder nicht! Glauben denn unsere monarchisch gesinnten Volksgenossen, daß es einfach genügt zu sagen, „Wir setzen der Demokratie die Krone auf“, um eventuelle Thronansprüche abgehalfterter Prätendenten, die niemand, außer vielleicht die Leserkreise der Neuen Revue und ähnlicher Fachzeitschriften in Sachen Monarchie, kennt, in der Bundesrepublik durchzuboxen. Eine Krone erwirbt man sich nur durch Kampf, nicht durch Gemauschel und schon gar nicht durch Davonlaufen, wie es Kaiser Wilhelm II. und all die anderen Von Gottes Gnaden 1918 praktizierten.

Sollte Monarchie heute noch einen Sinn haben, so müßte an der Spitze des Staates schon eine Person stehen die dazu bereit ist Macht auszuüben und die volle Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. Schließlich haben 50 Jahre verantwortungsloses Parlamentarierwesen gezeigt, wohin Korruption und Vetternwirtschaft führen und dabei sind wir noch lange nicht an der Spitze des Eisberges angelangt.

Wirkliche Geschichte wurde zu allen Zeiten von Einzelnen gemacht, die sich aus der Masse ihrer Zeit heraushoben und der jeweiligen Ära ihren Stempel aufdrückten. Mag man sie nun Führer, Erster Konsul oder wegen meiner auch Lordprotektor nennen, sie kommen immer dann wenn Dynastien oder andere Herrschaftsformen verbraucht und am Ende sind, um den Scherbenhaufen den sie hinterlassen zu beseitigen. Dies und nicht nur die deutsche Geschichte belegt das mit Beispielen muß allerdings nicht immer klappen.

C´ est la vie, neues Spiel, neues Glück. Allerdings sollte das nicht heißen, daß sich nun jeder der einige erlauchte Ahnen aufzuweisen hat auch um das höchste Amt bemühen soll. Nur weil diese in der Vergangenheit großartiges für Preußen und Deutschland geleistet haben, muß man nicht gleich daraus die Legitimation für einen Verlegenheitsprinzen sehen wollen, der außer einem erlauchten Namen nichts weiter vorzuweisen hat. Das 20. Jahrhundert hat neben vielen Errungenschaften und namenlosem Leid auch eines bewiesen, nämlich daß es das Jahrhundert der Tat war, indem der Einzelne, sofern er dazu befähigt war, alles erreichen konnte, was ihm vorschwebte. Dies wird im kommenden Jahrtausend nicht anders sein und wer sich da noch mit antiquierten Vorstellungen aus dem 19. Jahrhundert plagt und von Ansprüchen fabuliert, die sich aus der Reichsverfassung von 1871 herleiten, wo sie angeblich für alle Ewigkeit festgelegt wurden, tja, der hat den Zug wohl echt verpaßt. Denn wenn wir was in diesem Jahrhundert auch noch gelernt haben, so ist es doch auch, daß Ewigkeit in der Politik keine feste Größe ist.

Wie dem auch sei, wir wollen unsere monarchischen Kumpels nicht allzu schlecht machen, auch wenn sie uns zuweilen rüde behandeln. Schließlich sind wir derartiges ja zur Genüge gewohnt, so daß wir inzwischen immun dagegen geworden sind. So wollen wir denn auch nicht Gleiches mit Gleichem vergelten und fordern unsere Leserschaft auf, sich von den Verfechtern des neuen Gottesgnadentums selbst ein Bild zu machen. Besonderes Augenmerk bitten wir dem dortigen Gästebuch und Forum beizulegen. Diese enthalten durchaus einige Anregungen über die es nachzudenken lohnt und vermitteln ein Bild von der bizarren Vielfalt des nationalen Spektrums in der Bundesrepublik.

Abschließend noch ein Hinweis für alle Freunde der Monarchie die sich mit dem Gedanken an eine neue Hohenzollernherrschaft gar nicht vertraut machen möchten. Es besteht noch die Möglichkeit durch eine gezielte Extermination aller Raben um den Kyffhäuser des Reiches Herrlichkeit auf andere Weise wiederherzustellen. Zugegeben diese Barbarossa-Lösung ist in ihren Aussichten etwas vage, aber in ihren Chancen auch nicht schlechter als die Wahrscheinlichkeit das Georg Friedrich von Hohenzollern der nächste Kaiser wird.



Der im Kyffhäuser schlummern sollende Kaiser Barbarossa –Reiches Herrlichkeit kommt
angeblich erst dann wieder, wenn der ausgeschlafen hat.
Kann aber noch dauern.


Siehe auch
Tradition und Leben
http://www.pro-monarchie.de/
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