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Es jedem Menschen recht getan … - Papstbesuch in Auschwitz

 
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Spitfire



Anmeldungsdatum: 21.02.2006
Beiträge: 402
Wohnort: L.A., California

BeitragVerfasst am: Di Mai 30, 2006 9:03 pm    Titel: Es jedem Menschen recht getan … - Papstbesuch in Auschwitz Antworten mit Zitat

Es jedem Menschen recht getan … - Papstbesuch in Auschwitz im Zwielicht


Papst-Kotau in Auschwitz. – Wann erfolgt ein solcher
für die Opfer von Ketzer- und Hexenverfolgung?


Auschwitz / Oberschlesien: Während seines Polenbesuches weilte Papst Benedikt XVI. Ratzinger bekanntlich u. a. auch in Auschwitz. Dieses suchte der Stellvertreter des lieben Gottes am 28. Mai auf, um dort publikumswirksam und in offenkundiger Unkenntnis der eigenen Kirchengeschichte von einer Anhäufung von Verbrechen gegen Gott (welchen eigentlich) und den Menschen zu sprechen, der nach seiner Sicht und der des bundesdeutschen Strafrechts ohne Parallele in der Geschichte sei und daß dies für ihn als Christen und „Papst der aus Deutschland kommt“ besonders bedrückend sei. Seine Heiligkeit ließ es sich daher nicht nehmen, höchst eigenhändig eine Kerze zum Gedächtnis der Opfer zu entzünden. Salbungsvoll ließ der Stellvertreter Gottes dann urbi et orbi wissen, daß er nach Auschwitz hätte kommen müssen und: „Es war und es ist eine Pflicht der Wahrheit, dem Recht derer gegenüber, die gelitten haben, eine Pflicht vor Gott, als Nachfolger von Johannes Paul II. und als Kind des deutschen Volkes hier zu stehen.“ Gleichzeitig bat er um die „Gnade der Versöhnung“

Was für eine Geste frommen Entzückens. Mal ehrlich, fast wäre sogar wir so weit gewesen, daß Tempotaschentuch zu zücken, um uns verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel zu wischen, wäre uns in diesem Moment nicht gerade eingefallen, daß seine Heiligkeit zu Beginn seines Polenbesuches bezüglich seiner deutschen Herkunft vernehmen ließ, daß er ja in erster Linie erst einmal Katholik sei. Aus diesem Grunde gehen wir wohl nicht fehl, wenn wir das rührende Gerede vom „Kind des deutschen Volkes“ als das sehen, was es wirklich ist, nämlich reine Propaganda und Ausdruck der typisch bundesdeutschen Schuldneurose, die nunmehr offenbar auch im Vatikan Einzug gehalten hat. Nicht minder possierlich ist der Sermon über die Pflicht der Wahrheit gegenüber dem Recht derer die gelitten haben. Nähme man solcherlei Behauptungen auch nur ansatzweise ernst, müßte der Papst eigentlich nur noch unterwegs sein, gibt es doch kaum einen Ort in Europa, in dem es kein Verbrechen gegeben hat, daß nicht im Namen der, ihrer Meinung nach, alleinseligmachenden Kirche gegeben hat und von denen durchaus anzunehmen ist, daß ihre Zahlen noch weit einzigartiger sind, als die strafrechtlich geschützten „Opfer“-Zahlen von Auschwitz, an die zu zweifeln uns natürlich keineswegs einfällt, und artverwandter Geschichtskonstruktionen.

Mit dem Besuch in Auschwitz setzt Benedikt XVI. Ratzinger die Politik seiner Kirche fort, von ihren eigenen Untaten in der Geschichte abzulenken, indem sie sich am offiziellen Opfermythos um St. Holockauscht beteiligt. – Aber Undank ist bekanntlich der Welt Lohn und so sieht sich der Papst inzwischen keineswegs nur wohlwollenden Reaktionen auf seinem Canossa-Trip nach Auschwitz gegenüber. So mault man in der französischen Presse, daß der Papst in seiner Auschwitz-Rede angeblich den Eindruck erweckt habe, er wolle seine Landsleute von jeder Verantwortung freisprechen, weil er darin gesagt hätte, die Deutschen wären seinerzeit einer „Schar von Verbrechern“ ausgeliefert gewesen und von ihnen „mißbraucht“ worden.

Tatsächlich? In Wirklichkeit gab es in Deutschland Zeit seines Bestehens nicht eine einzige „Schar von Verbrechern“, die so vom deutschen Volke legitimiert war, wie eben diese „Schar von Verbrechern“. Angesichts so hoher moralischer Ansprüche sollte man sich vielleicht einmal mit den Ehrenmännern befassen, die seit Petrus Zeiten den päpstlichen Thron geziert haben. Blickt man diese Liste durch, so hat man nicht selten den Eindruck, man läse in einem Verbrecheralbum. So gibt es wohl nicht einen Krieg, nicht ein Verbrechen und nicht eine Schamlosigkeit, die im Verlaufe seiner Geschichte nicht in irgendeiner Weise von den Päpsten legitimiert oder begünstigt worden wäre. Jetzt aber mit dem Finger auf andere zu zeigen und diese posthum als „Verbrecher“ zu beschimpfen, obwohl es ein eigener Amtsvorgänger war, der diese seinerzeit als Erster international anerkannte, indem er mit ihnen ein Konkordat abschloß, ist geradezu ein Witz und darüber hinaus eher politischer Opportunismus, denn wirkliche Überzeugung.

Doch gibt es nichs Schlechtes aus dem sich auch noch etwas Gutes ergäbe und sei es auch noch so wenig, so machte eine Bemerkung des Papstes in seiner Auschwitz-Rede in mehr oder minder linken Gazetten besonders böses Blut, sagte er doch auch, daß die Sowjets „während sie die Völker von der einen Diktatur befreiten“, sie „dieselben Völker einer neuen Diktatur“ unterworfen hätten. Obwohl der Papst damit ausnahmsweise mal richtig liegt und daß Ende dieser Diktaturen jedermann der unter ihnen gelebt hat noch sehr frisch im Gedächtnis ist, versteigt man sich auf der linken Nachrichtenseite german-foreign-policy,com zu der Behauptung, daß diese Redepassage als weitgehende Gleichsetzung zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus verstanden werden kann und in die „ideologischen Konstrukte deutscher Revisionisten“ passen würde.

Tatsächlich dürften sich wohl auch echte Nationalsozialisten gegen eine solche Gleichsetzung wehren, forderte der Kommunismus doch schon allein bis zum Machtantritt der Nationalsozialisten mehr Opfer, als je in deutschen Konzentrationslagern gesessen haben, von der Zeit nach 1945 mal ganz zu schweigen. Abgesehen davon war die Totalitarität des Nationalsozialismus im Vergleich zu dem was man unter dem Kommunismus als „Freiheit“ verstand in der Tat geradezu paradiesisch. Man sollte in diesem Zusammenhang nicht vergessen, daß ein Großteil dessen was man ihm heute an Verbrechen vorwirft, nicht zuletzt der Kriegslage geschuldet war, in der bekanntlich auch solche Regime, die ansonsten von sich meinen, sie hätten Freiheit und Demokratie erfunden, nicht gerade zimperlich mit ihren Gegnern umgehen. Na und was von einer Geschichtsschreibung zu halten ist, deren einzige Legitimität darin besteht, daß jeder, der ihr widerspricht, mit strafrechtlicher Verfolgung zu rechnen hat, so ist es wohl müßig, darüber ernsthaft diskutieren zu wollen, hat eine solche sich doch bereits nicht nur selber ,sondern auch den Gegenstand ihrer Beschreibung gerichtet und zwar nicht zu seinen Gunsten.

Und gegen eine solche Wahrheit hilft noch nicht einmal beten, selbst wenn es der Papst tut und noch nicht einmal in Auschwitz, für dessen Charakteraufklärung ein willkürlich in die Mitte des Wortes gesetzter Gedankenstrich weitaus förderlicher ist, als sämtliche revisionistische Schriften.
_________________
“Wenn ein Volk seit 3000 Jahren verfolgt und geächtet wird, dann muss dass wohl irgend einen Grund haben”.
Henry Kissinger
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Kapuzinergruft



Anmeldungsdatum: 27.05.2006
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: Di Mai 30, 2006 9:35 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hat er endlich begriffen, wo er - und sein ganzer Troß von Kuttengeiern - wirklich hingehört? angelevil
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Hexenjager



Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: Di Mai 30, 2006 10:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

der begreift gar nichts mehr Rolling Eyes
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Kristallnacht



Anmeldungsdatum: 14.05.2006
Beiträge: 235

BeitragVerfasst am: Mi Mai 31, 2006 9:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
„Es war und es ist eine Pflicht der Wahrheit …”


Ja, Wahrheit macht frei, aber nicht die der katholischen Kirche oder eine bestimmte andere Ersatzreligion, die möglicherweise einen Hexenprozess der Neuzeit mit sich führen könnte. Ich finde es ja auch merkwürdig, daß in Berlin ein kostspieliges Holocaust Denkmal gebaut wurde, welcher bezogen auf die Größenordnung für mindestens zwei richtige Holocäuste ausreicht, aber kein bescheidenes Denkmal für die zur Zeit der Inquisition durch die katholische Kirche millionen ermordeten Menschen. Das Christentum ist nichts anderes als ein Plott sowie eine Abspaltung des Judentums, um heidnische Menschen durch den Glauben an einen im Stall geborenen und gekreuzigten jüdischen Hurensohn (INRI = Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum) geistig zu verblenden und zu versklaven. Der Papst ist ja ein vortrefflicher Diener des Judentums, was sein demütiger Besuch in Auschwitz und auch in Synagogen beweist.

Vielleicht hat der Papst einfach nur ein schlechtes Gewissen:

Zweiter Weltkrieg. Ein paar Burschen, Mitglieder der Hitlerjugend, sind in Polen und verprügeln den jungen Karol Wojtyla auf der Straße. Ein Mann geht vorbei und ruft: “Lasst ihn doch in Ruhe, stellt euch mal vor, daß der einmal Papst wird”. Daraufhin meint einer der Hitlerjungen: “Pah, wenn der Papst wird, dann werde ich sein Nachfolger”.
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Kieberer



Anmeldungsdatum: 05.01.2006
Beiträge: 408
Wohnort: Rossauerkaserne

BeitragVerfasst am: Do Jun 01, 2006 6:59 pm    Titel: Antworten mit Zitat

“Trau keinem Fuchs auf grüner Heid’
und keinem Jud’ bei seinem Eid,
und keinem Papst auf sein Gewissen,
du wirsst von allen dreien beschissen.”
(Martin Luther)
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