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HPM, der "Narr", der ein wenig Kind ist.

 
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admin



Anmeldungsdatum: 22.07.2004
Beiträge: 2296

BeitragVerfasst am: Di Mai 19, 2009 11:37 pm    Titel: HPM, der "Narr", der ein wenig Kind ist. Antworten mit Zitat



Ein Einzelgänger im Widerspruch seiner Wünsche.

Jeder kennt aus Andersens Märchen die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern. Der hat in Wirklichkeit zwar nichts an, aber alle, aus Furcht oder Massenhysterie, bejubeln bei der Ausfahrt lauthals seine neue Robe. Bis ein Kind plötzlich ausruft: "Der Kaiser ist ja nackt!" Dann erst merken es alle und staunen.

Hans Peter Martin, der einzelkämpferische Europa-Abgeordnete, ist auch so ein unkonventionelles Kind. Vieles von dem, was er aufzeigt, stimmt und gehört abgestellt. Etwa: überhöhte Spesen, zu große Personalkosten und Pensionsluxus im Rahmen der EU-Bürokratie. Gleichzeitig ist Martin auch ein Systemkritiker, der institutionelle Mängel beseitigen will. Er beklagt vor allem, dass das EU-Parlament noch immer nicht über ein eigenes Antragsrecht verfügt und die Kommission zu mächtig sei. Diese Kritik an den Institutionen teilen auch andere. Doch mit der Wortwahl "Schlamperei ist Standard" oder "Inzuchtverein" beschädigt sich Martin selbst. Erfolgreiche Politik müsste mehr sein als rabiate Rede. Oder sollte es zumindest sein, denn HC Strache, der lächerliche Fuchtler mit dem Kreuz, arbeitet auch brutal und schindet damit einen gewissen Eindruck.

Närrische Zeiten
Trotz allem will Martin nicht aus der EU austreten. Für seine Gegner gilt er als ein enorm umtriebiger Mensch, der aber ein "Narr" sei. Der relative Fortschritte beim EU-Vertrag nicht wahrhaben will oder kann. Womit er allerdings nur typisch für die ebenfalls närrisch gewordenen Zeiten wäre. Nach Schätzungen von Fachleuten beläuft sich das Nominalvolumen der weltweit herumirrenden Derivate (abgeleitete Finanzprodukte) auf einen Betrag von 680 Billionen Dollar. Billionen, nicht Milliarden. Kein Wunder, dass Bankpräsidenten, Finanzchefs und Rating-Agenturen angesichts solch gespenstischer Zahlen komplett die Übersicht verloren haben. Es kommt jetzt darauf an, neue Ordnung in das System zu bringen. Washington ist Schauplatz ungeheurer Schlachten im Hintergrund.

Da kommt der jüngste Prinzipienbeschluss der EU, eigene neue Kontrollbehörden zu schaffen, zum genau richtigen Zeitpunkt. Auch die Wirtschaftswissenschaften müssten sich neu erfinden. Das allgemeine Konsumverhalten, die Ratenzahlungen, die Art des Wirtschaftens, sind infrage zu stellen. Alles ist in Bewegung. Martin hat zumindest früher einige richtige Stichworte gebracht.

Das gibt wiederum neue Anstöße für die dringend erforderlichen nationalen Reformen. Österreichische Politiker wirken in dieser Perspektive seltsam abwesend. Es fehlt der Sinn für die größere Dimension und die Angabe von Prioritäten. Was kommt zuerst und was später? Dazu wirkt die öffentliche Sprache technokratisch-verklausuliert, klein und von vorgestern. "Verwaltungsreform" kann man schon nicht mehr hören.

Wo bleibt da der öffentliche Aufruf zu allgemeiner Solidarität, jenseits der längst bekannten Standesinteressen, ewiger Ressentiments und banaler Forderungen zum Tage? Wer führt aus dem Irrgarten und geht mit gutem Beispiel voran? Auch bei der Selbstbeschränkung?

Alfred Payrleitner
www.kurier.at
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Flitzerjoe



Anmeldungsdatum: 13.05.2005
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: Mi Mai 20, 2009 7:52 pm    Titel: Re: HPM, der "Narr", der ein wenig Kind ist. Antworten mit Zitat

admin hat folgendes geschrieben:


Ein Einzelgänger im Widerspruch seiner Wünsche.

Jeder kennt aus Andersens Märchen die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern. Der hat in Wirklichkeit zwar nichts an, aber alle, aus Furcht oder Massenhysterie, bejubeln bei der Ausfahrt lauthals seine neue Robe. Bis ein Kind plötzlich ausruft: "Der Kaiser ist ja nackt!" Dann erst merken es alle und staunen.

Hans Peter Martin, der einzelkämpferische Europa-Abgeordnete, ist auch so ein unkonventionelles Kind. Vieles von dem, was er aufzeigt, stimmt und gehört abgestellt. Etwa: überhöhte Spesen, zu große Personalkosten und Pensionsluxus im Rahmen der EU-Bürokratie. Gleichzeitig ist Martin auch ein Systemkritiker, der institutionelle Mängel beseitigen will. Er beklagt vor allem, dass das EU-Parlament noch immer nicht über ein eigenes Antragsrecht verfügt und die Kommission zu mächtig sei. Diese Kritik an den Institutionen teilen auch andere. Doch mit der Wortwahl "Schlamperei ist Standard" oder "Inzuchtverein" beschädigt sich Martin selbst. Erfolgreiche Politik müsste mehr sein als rabiate Rede. Oder sollte es zumindest sein, denn HC Strache, der lächerliche Fuchtler mit dem Kreuz, arbeitet auch brutal und schindet damit einen gewissen Eindruck.

Närrische Zeiten
Trotz allem will Martin nicht aus der EU austreten. Für seine Gegner gilt er als ein enorm umtriebiger Mensch, der aber ein "Narr" sei. Der relative Fortschritte beim EU-Vertrag nicht wahrhaben will oder kann. Womit er allerdings nur typisch für die ebenfalls närrisch gewordenen Zeiten wäre. Nach Schätzungen von Fachleuten beläuft sich das Nominalvolumen der weltweit herumirrenden Derivate (abgeleitete Finanzprodukte) auf einen Betrag von 680 Billionen Dollar. Billionen, nicht Milliarden. Kein Wunder, dass Bankpräsidenten, Finanzchefs und Rating-Agenturen angesichts solch gespenstischer Zahlen komplett die Übersicht verloren haben. Es kommt jetzt darauf an, neue Ordnung in das System zu bringen. Washington ist Schauplatz ungeheurer Schlachten im Hintergrund.

Da kommt der jüngste Prinzipienbeschluss der EU, eigene neue Kontrollbehörden zu schaffen, zum genau richtigen Zeitpunkt. Auch die Wirtschaftswissenschaften müssten sich neu erfinden. Das allgemeine Konsumverhalten, die Ratenzahlungen, die Art des Wirtschaftens, sind infrage zu stellen. Alles ist in Bewegung. Martin hat zumindest früher einige richtige Stichworte gebracht.

Das gibt wiederum neue Anstöße für die dringend erforderlichen nationalen Reformen. Österreichische Politiker wirken in dieser Perspektive seltsam abwesend. Es fehlt der Sinn für die größere Dimension und die Angabe von Prioritäten. Was kommt zuerst und was später? Dazu wirkt die öffentliche Sprache technokratisch-verklausuliert, klein und von vorgestern. "Verwaltungsreform" kann man schon nicht mehr hören.

Wo bleibt da der öffentliche Aufruf zu allgemeiner Solidarität, jenseits der längst bekannten Standesinteressen, ewiger Ressentiments und banaler Forderungen zum Tage? Wer führt aus dem Irrgarten und geht mit gutem Beispiel voran? Auch bei der Selbstbeschränkung?

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Ich kann mich noch erinnern wie er 2004 in der Praterstrasse besser geflitzt ist wie ich. angelevil
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